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Chronik zurück

der Raiffeisenbank Leonding


20 Jahre nach dem Tode F. W. Raiffeisens wurde dessen Idee mit der Gründung eines Vorschußkassenvereines auch in Leonding verwirklicht. Fortschrittlich denkende Männer setzten sich für diese genossenschaftliche Selbsthilfe, wie sie Raiffeisen geschaffen hatte, ein.

Gründung als Vorschußkassenverein

Im Jahre 1909 schritt man zur Gründung des Vorschußkassenvereines für die Ortsgemeinde Leonding. Der Lehrer Franz Trägner, ein Gründungsmitglied wurde als erster Buch- und Kassenführer bestellt. Gründungsobmann war der Kur- und Hufschmied Johann Kamesberger, Obmannstellvertreter der damalige Bürgermeister Franz Untersmayr, Besitzer des Nußböckgutes in Gaumberg. Unter seiner Ägide baute die Gemeinde Leonding im Jahre 1912 die Landwiedschule (Untergaumberg). Im Vorstand des neugegründeten Vereines waren noch: Bäckermeister Josef Hagmüller, die Landwirte Franz Huemer (Bauer in Holzheim), Franz Mayrbäurl (Niedermayr in Reith) und Mathias Harrer (Wimmer im Alharting). Der Raiffeisenkasse wurden als Amtsräume zwei kleine Zimmer in der ehemaligen Schule gegenüber der Kirche unentgeltlich von der Gemeinde zugewiesen. Kassastunden gab es damals nur sonntag vormittags, nach der Frühmesse bis zum Hochamt, das um 9:00 Uhr begann.

"Not-Geld"

Der Ausgang des ersten Weltkrieges 1914/18 brachte nicht nur den Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie mit sich, sondern auch - aufgrund der übermäßigen Papiergeldausgabe zum Zwecke der Kriegsfinanzierung - den Sturz der Währung. Damals gab Leonding wie auch viele andere Gemeinden des Landes ein eigenes "Not-Geld" heraus, das in Scheinen zu 10, 20 und 50 Heller in Umlauf gesetz wurde. Im klein gewordenen Österreich war eine Inflation nicht mehr aufzuhalten. 

Inflation erreicht ihren Höhepunkt

Im Jahre 1922 wurde das Höchstausmaß der Preissteigerung bei einem Kurs von 13420 Papierkronen = 1 Goldkrone erreicht. Es gelang dem damaligen Bundeskanzler Dr. Ignaz Seipel, die Krone mit Hilfe einer Völkerbundanleihe im Verhältnis "1 Goldkrone = 14400 Papierkronen" zu stabilisieren.

Der Schilling kommt

Im Jahre 1924 ging Österreich von der Kronenwährung zur Schillingwährung über: 1 Schilling = 10000 Papierkronen.

Das am 3. September 1922 auf dem Kirchplatz von Leonding enthüllte Kriegerdenkmal kam durch die Geldentwertung auf 756 000 Kronen laut Kostenvoranschlag vom 27.5.1922. Doch bis zum 3.9.1992 wuchs die Summe der Kosten auf 5 225 578 Kronen an.

Ein eigenes Haus entsteht

Am 9. September 1925 kaufte die Gemeinde Leonding das ehemalige "Familienheim" (Nr. 70), heute Volksschule, Alhartinger Weg 8, samt 1,6 Hektar Grund um 360 Mill. Kronen, d.s. 36000 Schilling. Die rasche Aufwärtsentwicklung des Vorschußkassenvereines ließ den Wunsch, ein eigenes Haus zu bauen, herangreifen. 1928 wurde vom Obermayrgute ein Grundstück mit 1648 m² um den Betrag von S 3625,60 gekauft, der Bau im gleichen Jahre vom Baumeister Stadler (Thening) begonnen und im Jahre 1929 vom Herrn Pfarrer Joh. Haudum eingeweiht. Die Kosten des Baues einschließlich Wasserleitung, Dampfheizung und Umzäunung betrugen S 55.619,02. Die Herstellung der 60 Meter langen Straße erforderte S 2.500,--. Sie wurde bis zu 60 cm gehoben.

Im Gebäude der Raiffeisenkasse wurde die erste Unterwasserpumpe (Garvens-Pumpe) im Lande Oberösterreich eingesetzt. Ein Leondinger, Herr Franz Baumgartner, hat damals im Alter von 18 Jahren als selbständiger Arbeiter der Firma Stocker die Installation durchgeführt.

Unsere Dorfbank erfreute sich 20 Jahre nach ihrer Gründung an einer gesunden Führung. Damals betrug der Darlehenszinsfuß 17 %, bei anderen Instituten bis zu 30 %. Für Einlagen wurden unerschwingliche Zinssätze verlangt, hier betrug der höchste Einlagenzinsfuß 9 %.

Im Jahre 1938, nach dem Anschluß Österreichs an Deutschland, wurde an Stelle des Schillings die Reichsmark eingeführt, die bis 1945 gültig war: 1 Reichsmark = 1,50 Schilling.

Der Schilling kehrt zurück

Das Jahr 1945 brachte mit dem Schillinggesetz die Wiedereinführung des Schillings: 1 Schilling = 1 Reichsmark.

Von 1950 bis Ende 1962 stieg die Zahl der Mitglieder der Raiffeisenkasse in Leonding auf das Doppelte, die Spareinlagen von 1,300.000 auf 19.500.000 Schilling. Der Kundenstock rekrutierte sich aus allen Schichten der Bevölkerung. In der Reihung der 295 Raiffeisenkassen Oberösterreichs stand die in Leonding an 15. Stelle. Die vorhandenen Kassenräume ermöglichten keine reibungslose Geschäftsabwicklung mehr, daher wurde unter dem langjährigen Obmann Franz Bäck (gest. 1963) in einer gemeinsamen Sitzung des Vorstandes und des Aufsichtsrates am 10.4.1962 einstimmig der Erweiterungsbau der Raiffeisenkasse Leonding beschlossen. Am 14. Sept. 1963 fand die feierliche Eröffnung der neuen Räume statt. Der Erweiterungsbau entsprach modernsten Gesichtspunkten und ermöglichte eine flotte Geschäftsentwicklung. Leonding zählte im Jahre 1963 über 12000 Einwohner. Die Kasse hatte einen Stand von 600 Mitgliedern.

1969 hatte sich der jubilierende Verein von 55 Mitgliedern (Anzahl bei ersten Generalversammlung im Jahre 1909) zur Raiffeisenbank Leonding, die im März 1969 909 Mitglieder zählte, entwickelt.

1973 wurde das Bankgebäude erweitert und 1979 aufgestockt;
1994 erhielt es ein völlig neues und repräsentatives Erscheinungsbild. Nicht um zu renomieren, sondern aus wirtschaftlichen Notwendigkeiten haben wir damals erweitert und neu gestaltet.

Der neue Charakter

Das neue Bankgebäude ist ein markantes Zeichen dafür, wie modern das heutige Leonding ist, ohne an Charakter verloren zu haben. Auch die Stadtgemeinde Leonding hat vor, ihr Verwaltungsgebäude auszubauen, um den modernen Erfordernissen eines Dienstleistungsbetriebes gerecht zu werden. Der Neubau kommt nicht nur den Raiffeisenkunden zugute, sondern wirklich allen Leondingern: unter anderem diente ein großer Festsaal bereits bei  zahlreichen Veranstaltungen, welche bisher erfolgt sind, als Kommunikationszentrum und Veranstaltungstreffpunkt.

Im Mai 2002 begannen die Umbauarbeiten in der Hauptantalt. Im Oktober 2002 wurde das neue Finanzdienstleistungszentrum und die neue ServiceBank eröffnet.

Die neue ServiceBank - Was hat sich verändert?

Die neue ServiceBank der Raiffeisenbank Leonding ermöglicht das offene, aktive Zugehen der Mitarbeiter auf die Kunden. Ein neuer Kommunikationsstil entsteht durch das Fallen der Barrieren zwischen Kunden und Mitarbeitern. Diese Nähe soll vor allem Vertrauen schaffen. Die täglichen Ein- und Auszahlungen, Überweisungen und sonstige Transaktionen finden in der Regel an den Geräten statt. So sparen Kunden und auch Berater Zeit. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die neue ServiceBank eine Umstellung zur betreuten Selbstbedienung ist.

Durch die technische Ausstattung mit SB-Geräten wird die Kundenfrequenz "am Schalter" deutlich geringer. Der Kunde spart Zeit bei den täglichen Transaktionen und der Kundenbetreuer hat mehr Zeit für eine qualifizierte Kundenberatung. Zusätzliche Beratungszimmer sind mit Experten besetzt, wo für den Kunden eine passende und umfassende Lösung erarbeitet werden kann.

Die neue ServiceBank spiegelt sich auch in der räumlichen Darstellung wider und löst sich dabei von der traditionellen Bankinnenarchitektur. Die Kunden empfinden die Räumlichkeiten jetzt offener und transparenter. Eine lichte und freundliche ServiceBank ist entstanden, die durch ihre klare Raumstruktur eine einfache Orientierung ermöglicht. Der Kunde ist immer im Mittelpunkt des Geschehens. Ein großzügiger Servicebereich ist Drehscheibe für Kommunikation, persönliche Begegnung und Automatisation. Die RBL setzt mit ihrem Leitbild auf persönliche Betreuung und läßt ihre Kunden mit der Technik nicht allein.

Natürlich wurde beim Umbau auch an die Jugend gedacht. Der Jugendcorner sorgt mit der Internetstation und mit einem großen Angebot an Spielen für Spaß und Unterhaltung. Viele Jugendliche nutzen darüber hinaus die Internetstation für Photo-Mails und e-Mails bzw. informieren sich über aktuelle Bankangebote.

Eröffnung der neuen Bankstelle Wohnen im Park im November 2002

Im November 2002 wurde die letzte Bankstelle der Raiffeisenbank Leonding eröffnet. Die Bankstelle Wohnen im Park wurde mit den modernsten Mitteln ausgestattet, die einen reibungslosen und kundenfreundlichen Bankbetrieb ermöglichen. Alltägliche Bankgeschäfte können rasch und diskret abgewickelt werden. Für die Kunden stehen sämtliche Serviceleistungen wie Kontoauszugsdrucker und Kontostandsabfrage bereit. Der Bankomat versorgt sowohl die Kunden als auch die Nichtkunden mit Bargeld rund um die Uhr.

Der Schwerpunkt der Geschäftsphilosophie liegt in der Beratung. Nicht der Kunde kommt zur Bank, sondern die Bank kommt zum Kunden! Die neue ServiceBank ist von Montag bis Freitag von 08.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. In der Zeit von 14.00 bis 18.00 Uhr steht Herr Hemetsberger gegen telefonische Terminvereinbarung (Tel. 070/674995 - 700) für Kundenberatungen zur Verfügung. Die neue ServiceBank verknüpft Selbstbedienung und Beratung nach den Wünschen der Kunden.

Die RBL ist eine unabhängige Regionalbank mit insgesamt 6 Bankstellen (Leonding, Doppl-Hart, Bindermichl, Untergaumberg, Harter Plateau und Wohnen im Park).